Optionsscheine

Einführung

Optionsscheine – fast jeder kennt sie, aber nur wenige wissen, wie sie funktionieren. Der Anleger kann Millionen gewinnen oder aber alles verlieren.

Optionsscheine sind riskant – ja sie ähneln dem Roulette. Der Anleger investiert hier nicht in Sach- oder Substanzwerte. Auch gibt es weder Zinsen noch Dividenden. Zudem ist weiterhin die Laufzeit begrenzt. Der Optionsscheinanleger wettet auf den zukünftigen Kursverlauf. Tippt er richtig, so vervielfacht er seinen Einsatz, tippt er falsch, so ist sein Einsatz unwiederbringlich verloren.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es schon erstaunlich, daß gerade hier in Deutschland, wo die Aktienkultur noch in den Kinderschuhen steckt und der deutsche Anleger als risikoscheu gilt, der größte Optionsscheinmarkt der Welt existiert

1990 öffnete die „Deutsche Terminbörse“, die heute „Eurex“ heißt, ihre Pforten. Seitdem explodieren die Angebote an Optionsscheinen regelrecht.

Heute werden in Deutschland über 10.000 verschiedene Optionsscheine gehandelt, und die Tendenz ist weiter stark steigend.

Waren es in der Vergangenheit fast ausschließlich institutionelle Anleger, so sind heute auch zunehmend Privatanleger in diesem Segment engagiert. Kein Wunder, bieten Optionsscheine dem Anleger doch die Möglichkeit, mit relativ wenig Kapitaleinsatz ordentliche Gewinne zu erwirtschaften. Auch reizt das Spiel mit dem Geld und dem dazugehörigen Nervenkitzel.

Beispiel:

Eines der wohl berühmtesten Beispiele für die Demonstration der Wirkungsweise von Optionsscheingeschäften ist der Optionsschein der japanischen Nomura Bank. Dieser in US-Dollar ausgestellte Optionsschein notierte am 16.10.1983 bei 1.300 US-Dollar. Dann sank der Kurs bis Mai 1984 auf 600 US-Dollar, um dann bis zum September 1986 auf 29.500 US-Dollar zu klettern. Dieser Kursanstieg des Optionsscheins setzte sich  noch bis 1987 auf  70.000 US-Dollar fort. Eine wirklich atemberaubende Kursdynamik. Aber wodurch werden diese enormen Kurssprünge hervorgerufen? Durch den Hebeleffekt!

Der Kurs des Optionsscheins partizipiert am Auf und Ab der Aktienkurse überproportional.

Aber zurück zum Beispiel: Als die Aktien der Nomura Bank am 26.10.1989 um 15 Prozent sanken, brach der Kurs des Optionsscheins um über 50 Prozent ein.

Dieses Beispiel zeigt die Chancen eines Investments in Optionsscheinen – aber auch die Risiken. Weil die Banken dieses nicht unerhebliche Risiko erkannt haben und sich vor eventuellen Schadensersatzansprüchen von Kunden schützen wollen, ist eine umfangreiche Vorkenntnis beim Handel mit solchen Finanzmarktprodukten notwendig.

Wichtig:

Um solche Transaktionen tätigen zu können, benötigen sie eine sogenannte Termingeschäftsfähigkeit. Was das ist und wie sie eine solche bekommen können, erfahren Sie in einem der folgenden Kapitel dieses Buches.

Was sind Optionsscheine?

Optionsscheine, auch Warrants genannt, verbriefen ein Recht, eine vorab bestimmte Menge eines Basisobjektes, also z. B. eine Aktie, zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu einem vorab bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Wichtig:

Dieses Recht ist jedoch an keine Verpflichtung gebunden. Das heißt, ein Optionsscheinanleger kann sein Kauf- oder Verkaufsrecht wahrnehmen, er muß es aber nicht. Dies ist der Hauptunterschied zu Futuresgeschäften, die später noch erklärt werden. Bei Futures ist das Recht an eine Verpflichtung gebunden.

Handelt es sich um ein Kaufrecht, so spricht man von einem „Call-Optionsschein“. Handelt es sich um ein Verkaufsrecht, so ist ein „Put-Optionsschein“ gemeint.

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Beispiel:

Ein Inhaber eines Call-Optionsscheins hat beispielsweise das Recht, ein bestimmtes Gut (Basisobjekt) zu kaufen. Ist das Gut am Fälligkeitstag teurer als im Optionsschein vereinbart, so wird der Inhaber sein Kaufrecht ausüben. Sollte das Gut am Fälligkeitstag an der Börse jedoch billiger zu haben sein als im Optionsschein vereinbart, so wird der Anleger natürlich das Gut über die Börse ordern und das Kaufrecht verfallen lassen. Und hier liegt die Besonderheit: Der Optionsschein verpflichtet den Anleger nicht, sein Recht auszuüben.

Ein solches Recht auf Kauf oder Verkauf gibt es jedoch nicht kostenlos. Wie an der Börse üblich, bekommt man nichts geschenkt. Der Investor muß für das Recht etwas bezahlen, nämlich den Kaufpreis des Optionsscheines.

Basisobjekte

Optionsscheinarten

Put/Call-Verhältnis

Europäische und amerikanische Option

Wer gibt Optionsscheine aus?

Optionsscheinauswahl

Verlustrisiken bei Optionsscheingeschäften

Preiskomponenten von Optionsscheinen, Innerer Wert, Zeitwert

 

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Copyright (c) 2012 Dipl.-Wirt.-Inform. Dennis A. Winkler, Stand: 02.07.2012
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