Optionsscheinauswahl

Der Optionsscheinkäufer sollte bei der Auswahl folgende Überlegungen anstellen:

· Welches Basisobjekt  – Aktie, Index, Währung oder Anleihe?

  • Anfänger sollten als Basisobjekt ein Index wählen, da dieser kalkulierbarere und nicht so volatile Kursveränderungen aufweist. Fortgeschrittene und Profis wählen dagegen Optionsscheine auf Einzelaktien, da hier die Gewinnchancen höher sind. Auch können Währungs- und Zinsspekulationen die Gesamtrendite erhöhen.

· Put oder Call ?

  • Wenn der Anleger vermutet, daß die Kurse weiter steigen, dann sollte er zu einem Kaufoptionschein(Call) greifen. Ist er dagegen der Kursentwicklung pessimistisch eingestellt, oder will er sein Depot vor Kursverlusten absichern, so greift er zu einem Verkaufoptionsschein(Put).

· Welcher Ausübungspreis sollte gewählt werden ?

  • Der Ausübungspreis ist eines der wichtigsten Kriterien. Er bildet quasi die Ziellinie.

Beispiel:

  • Die Aktie der Muster AG notiert jetzt bei 100 EUR. Der Anleger vermutet, daß die Aktie auf 120 EUR steigen könnte. Der Anleger wählt deshalb einen Kaufoptionsschein mit Basispreis 100 EUR. Der Grund liegt in folgendem Sachverhalt: Der Optionsscheinkurs steigt bzw. fällt am stärksten, wenn der Kurs des Basisobjektes, also hier die Aktie, sich in der Nähe des Ausübungspreises befindet. Steigt nun der Kurs der Aktie, so steigt auch der Kurs des Optionsscheins.

· Welche Laufzeit sollte gewählt werden ?

  • Mit Optionsscheinen spekuliert man gegen die Zeit. Tritt die erwartete Kursbewegung nicht innerhalb der Laufzeit des Optionsscheins ein, so ist er wertlos.

Wichtig

  • Ein Optionsschein verliert während seiner Laufzeit, vor allem am Ende, zunehmend an Wert. Es ist daher stets darauf zu achten, daß die Laufzeit genügend lang gewählt wird. Merke: Ein Aktienkäufer kann einen Kursrutsch „aussitzen“, ein Optionsscheinanleger dagegen nicht.
  • Es ist daher außerordentlich wichtig, wann eine Prognose eintritt. Wenn der Optionsscheinkäufer sich sicher ist, daß die prognostizierte Kursentwicklung innerhalb eines Jahres eintritt, so sollte er einen Optionsschein mit einer entsprechend langen Laufzeit wählen.

· Welches Emissionshaus sollte gewählt werden?

Wegen der höheren Liquidität sollten vorzugsweise Optionsscheine von großen und bekannten Emissionshäusern gewählt werden, wie z. B. Citibank, Warburg Dillon Read oder UBS, die sich durch ein aktives Market-Making auszeichnen. So ist nicht nur dann ein Handel mit verläßlichen Kursen möglich, wenn der Börsenhandel hoch, sondern auch dann, wenn er gering ist.

 

Checkliste Optionsscheinauswahl

 

Anlegererwartung

Optionsschein

langsame Kursveränderung

lange Laufzeit

(hoher Zeitwert)

schnelle Kursveränderung

kurze Laufzeit

(geringer Zeitwert)

geringer Kursanstieg

Call

Der Optionsschein sollte nahe „am Geld“ notieren, und

der Ausübungspreis sollte dem aktuellen Kurs des Basisobjektes entsprechen.

starker Kursanstieg

Call

Der Optionsschein sollte „aus dem Geld“ sein, und

der Bezugspreis sollte über dem aktuellen Kurs des Basisobjektes liegen.

geringer Kursverfall

Put

Der Optionsschein sollte nahe „am Geld“ notieren, und

der Bezugspreis sollte etwa dem aktuellen Kurs des Basisobjektes entsprechen.

starker Kursverfall

Put

Der Optionsschein sollte „aus dem Geld“ sein und

der Bezugspreis sollte unter dem aktuellen Kurs des Basisobjektes liegen.

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Copyright (c) 2012 Dipl.-Wirt.-Inform. Dennis A. Winkler, Stand: 02.07.2012
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