Optionsscheinarten

Bei Optionsscheinen unterscheidet man zwei grundlegende Arten von Optionsscheinen. Entscheidend ist die jeweilige Erwartungshaltung. Vermutet man, daß die Kurse steigen, so setzt man auf Call-Optionsscheine, vermutet man hingegen fallende Kurse, so kauft man Put-Optionsscheine.

strategie

Drei Viertel aller Optionsscheine sind Calls, d. h. die Mehrzahl der Marktteilnehmer setzt auf steigende Kurse.

In den meisten Fällen gewinnt aber nicht der Optionsscheininhaber, sondern der Emittent – also der Herausgeber des Optionsscheins. Da der Käufer von Puts oder Calls meist nicht an der Ausübung des Optionsrechts interessiert ist, verkauft er die Optionsscheine vorzeitig, um Gewinne durch den Hebeleffekt zu realisieren. Der Kauf und Verkauf des Basisobjektes rückt folglich in den Hintergrund.

Kaufoptionsscheine (CALL)

Ein Kaufoptionsschein verbrieft das Recht, das dem Optionsschein zugrunde liegende Basisobjekt, zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen.

call

Die Grafik zeigt das jeweilige Gewinn- und Verlustprofil von Call-Optionsscheinen.

Liegt der Kurs des Basisobjekts unter dem Ausübungspreis (strike), so verfällt das Recht, da dann das Basisobjekt am Markt, also z. B. an der Börse billiger zu haben ist als durch die Option. In diesem Fall ist die Option wertlos, sofern nur noch eine geringe Laufzeit des Optionsscheins existiert. Sollte die Laufzeit aber noch z. B. ein Jahr betragen, so könnte sich das Szenario ja noch ändern. Demzufolge besitzt ein Optionsschein, welcher noch über eine genügend lange Laufzeit verfügt einen gewissen Wert, dem sogenannten Zeitwert.

Im schlimmsten Fall, hat der Optionsschein-Käufer einen Verlust in Höhe des Kaufpreises für den Optionsschein eingefahren. Der Verlust ist also auf den Einsatz beschränkt.

Interessanter für den Anleger ist es zu erfahren, wann der Zeitpunkt erreicht ist, wo der Spekulationsgewinn eintritt. Dieser Punkt wird auch als Gewinnschwelle oder als break-even bezeichnet. Diese Gewinnschwelle ist erreicht, wenn der Kurs des Basisobjektes gleich dem Ausübungspreis (strike) plus der bezahlten Optionsprämie ist.

Steigt der Kurs des Basisobjektes über diese Gewinnschwelle hinaus, so kann der Anleger bei der Ausübung des Optionsrechts mit einem Gewinn rechnen. Der maximale Gewinn, der erzielt werden kann, ist dabei theoretisch unbegrenzt.

Einsatzmöglichkeiten

Ein Kaufoptionsschein wird für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt. Zum einen kauft man ihn, wenn man später das dem Optionsschein zugrunde liegende Basisobjekt erwerben möchte und man sich so den aktuellen Preis sichert. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn man davon überzeugt ist, daß der Kurs des Basisobjektes steigt.

Zum anderen kauft man Kaufoptionsscheine, um gezielt Spekulationsgewinne zu realisieren. Gerade hierfür ist ein solcher Optionsschein geradezu prädestiniert. Kann man doch mit relativ geringem Kapitaleinsatz durch die Hebelwirkung einen enormen Gewinn erzielen. Dabei ist das Risiko, im Gegensatz zu anderen Terminmarktgeschäften, nur auf den Einsatz begrenzt. Des weiteren steht dem Anleger eine höhere Liquidität zur Verfügung, da er ja nur zum Teil investiert ist.

Verkaufoptionsscheine (Put)

Ein Verkaufoptionsschein verbrieft das Recht, das dem Optionsschein zugrunde liegende Basisobjekt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen.

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Die Grafik zeigt das jeweilige Gewinn- und Verlustprofil von Put-Optionsscheinen.

Liegt der Kurs des Basisobjektes am Verfallstag über dem Ausübungspreis(strike) des Verkaufoptionsscheins, so übt der Inhaber sein Recht auf Verkauf natürlich nicht aus, da er ja das Basisobjekt am Markt, also z. B. an der Börse, für einen höheren Preis veräußern kann als über den Optionsschein.

Der maximal erreichbare Verlust ist, wie auch bei den Kaufoptionsscheinen, auf den Kaufpreis begrenzt. Dieser tritt ein, wenn am Fälligkeitstag der Kurs des Basisobjektes höher ist als der Ausübungspreis.

Auch hier interessiert sich der Anleger vor allem für die Gewinnschwelle, will der Anleger doch wissen, ab wann er in die Gewinnzone eintaucht. Hier berechnet sich die Gewinnschwelle etwas anders als bei den Kaufoptionsscheinen. Der break-even ist erreicht, wenn der Kurs des Basisobjektes gleich dem Ausübungspreis minus der bezahlten Optionsprämie ist. Fällt der Kurs des Basisobjektes unter die Gewinnschwelle, so kann der Inhaber beim Verkauf seines Optionsscheins mit einem Gewinn rechnen, da dann der Kaufpreis für den Optionsschein niedriger war als der Kurs des Optionsscheins jetzt.

Das Gewinnpotential ist im Gegensatz zum Kaufoptionsschein begrenzt. Im besten Fall kann der Inhaber das Basisobjekt zum Ausübungspreis verkaufen.

Einsatzmöglichkeiten

Auch der Verkaufoptionsschein hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Will der Anleger das Basisobjekt zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, sich aber das aktuelle Preisniveau sichern, so kauft er einen Put-Optionsschein.

Weiterhin kann man mittels eines Put-Optionsscheins eine Art Vollkaskoversicherung für sein Depot abschließen. Man kauft dann Put-Optionsscheine auf Aktien, die man in seinem Depot verwahrt. Sollte es dann zu einem Kurseinbruch kommen, sichern die Verkaufsoptionsscheine dem Inhaber dann das Recht, seine Aktien zu dem im Optionsschein festgelegten höheren Kurs zu verkaufen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die reine Spekulation. Auch hier kann man mit relativ wenig Einsatz von der Hebelwirkung der Optionsscheine profitieren und hohe Gewinne einfahren.

 

 

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