Mark II Function Point Methode

Eine weitere hoch interessante Variante der FPA ist die 1988 von Charles Symons entwickelte Mark II Function Point Methode (MKIIFP), welche ebenfalls durch ISO 14143 zertifiziert wurde. Auch bei dieser Methode bilden die Anforderungen aus Sicht des Anwenders die Basis für die Entwicklung dieser FPA.
Dabei wird die Größe eines Informationssystems aus der Summe der einzelnen Geschäftsprozesse abgeleitet. Die MKIIFP-Methode unterscheidet im Gegensatz zur FP- und FFP-Methode lediglich drei BFCs:

  • Eingaben,
  • Verarbeitung,
  • Ausgaben.

Damit arbeitet die MKIIFP-Methode nach dem klassischen Verarbeitungsprinzip EVA (Eingeben, Verarbeiten, Ausgeben) (Vgl. [HÜRTEN99], S.38).
Wie schon bei den anderen FP-Varianten werden auch bei der MKIIFP-Methode die BFCs unterschiedlich gewichtet. Die MKIIFP-Methode gewichtet im Vergleich mit der IFPUG- Methode dabei die Eingaben stärker als die Ausgaben.
Die für die BFCs erhaltenen Ergebnisse werden mit einem so genannten Industriestandardfaktor gewichtet, der folgende Werte annehmen kann (Vgl. [UKSMA], S. 12):
 

Gewichtung

Industriestandardfaktor

Eingaben

0,58

Verarbeitung

1,66

Ausgaben

0,26

Der Entwickler der Mark II FPA, Symons, erklärt die unterschiedlichen Gewichtungen mit dem unterschiedlichen Aufwand der Realisierung des BFCs. Laut Bundschuh und Fabry ergab sich für ein konkretes Umfeld folgende Korrelation:

IFPUG 3.0 FP = 41,4 + 0,77 * MKIIFP

MKIIFP = 20,3 + 1,25 * IFPUG 3.0 FP

Die MKIIFP-Methode arbeitet dabei mit dem Begriff des Function Point Index (FPI). Dieser berechnet sich laut Symons nach folgender Formel (Vgl. [UKSMA], S. 12):

mkii

Ni = Datenelementtypen in den Eingaben
Ne = genutzte Entitäten
No = Datenelementtypen in den Ausgaben
Wi = Standardgewichtung für die Eingaben
We = Standardgewichtung für die Verarbeitung
Wo = Standardgewichtung für die Ausgabe

Wie bei der FPA gibt es auch hier den Begriff der Adjusted Function Points. Die MKIIFPA arbeitet jedoch im Gegensatz zur FPA mit 19 Systemmerkmalen. Auch hier werden den Systemmerkmalen Werte zwischen 0 und 5 zugeordnet.
Von den 19 Systemmerkmalen sind 14 mit den Systemmerkmalen der IFPUG-Methode identisch. Die zusätzlichen Systemmerkmale lauten (Vgl. [UKSMA], S. 80-81):

  1. Requirements von anderen Anwendungen,
  2. Sicherheit, Datenschutz, Prüfbarkeit,
  3. Schulung bzw. Training der Nutzer,
  4. Gebrauch von externen Software-Komponenten / Datenaustausch mit anderen Anwendungen,
  5. Dokumentation.

Die Summe der gewichteten Systemmerkmale wird als Total Degree of Influence (TDI) bezeichnet. Charles Symons bezeichnet dabei den Faktor, der zum Umrechnen der FPI verwendet wird, als Technical Complexity Adjustment (TCA). Dieser berechnet sich wie folgt (Vgl. [UKSMA], S. 62):

TCA = (TDI * C) + 0,65

Für C wird nach UKSMA ein durchschnittlicher Wert von 0,005 angenommen.
Die AFPs berechnen sich dann infolgedessen so:

AFP = FPI * TCA.

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Copyright (c) 2012 Dipl.-Wirt.-Inform. Dennis A. Winkler, Stand: 02.07.2012
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