Einleitung

Software eMeasurement

Softwareprodukte stellen, nicht zuletzt durch die zunehmende Durchdringung des Alltags, immer höhere Anforderungen an die Qualität der Software und der zu Grunde liegenden Prozesse.
Um diese gestiegenen Anforderungen bewältigen zu können, werden immer öfter die Möglichkeiten diskutiert, standalone Software-Mess- Services mit den vielfältigen Möglichkeiten moderner ICN-Technologien zu kombinieren. Und genau hier setzt der Themenkomplex eMeasurement an, welcher im Grunde genommen eine Koppelung von Software-Messtools mit webbasierten Systemen beschreibt.

eMeasurement besitzt dabei Funktionalitäten, die bisher bei konventionellen Mess-Tools nicht erreicht wurden. So ist beispielsweise die Vergleichbarkeit der Messergebnisse unter zu Hilfenahme einer Kompetenzdatenbank ungleich höher.
Ein weiterer Vorteil gründet sich aus der nichtstationären Nutzbarkeit. So ist es durch eMeasurement erstmals möglich, Messungen von quasi jedem Ort aus durchzuführen. Benötigt wird lediglich ein handelsüblicher Personal-Computer (PC) mit Internetanschluss oder aber ein mobiles Endgerät, welches mit mobilen Vernetzungstechnologien wie beispielsweise Wireless Local Area Network (WLAN), General Packet Radio Service (GPRS) oder später Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) die Nutzung von quasi jedem Ort aus ermöglicht.

Ein weiterer nicht ungleich wichtiger Punkt resultiert aus der geringeren Kapitalbindung. So ist es jetzt beispielsweise möglich, nicht die kompletten Mess-Tools käuflich zu erwerben, sondern es lassen sich andere Abrechnungsformen wie pay-per-use finden, die Kosteneinsparungen bewirken können. eMeasurement ist also ein Oberbegriff, welcher eine Reihe von Sub-Mess-Services einschließt. Hierzu zählen beispielsweise das eProductMeasurement, eProcessMeasurement oder aber auch das eRessourcenMeasurement Demnach lässt sich das eMeasurement entsprechend seinem Rollenverhalten folgendermaßen einordnen:

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Folglich nutzen sowohl der Software-Entwickler als auch der Software- Produktmanager das eMeasurement, welches das eProdukt-, eProzess- und eRessourcenmeasurement einschließt.
Aus der Abbildung ist weiterhin ersichtlich, dass das eFunctional-Size- Measurement, welches den Schwerpunkt dieser Diplomarbeit darstellt, ein Teilbereich des eProduktmeasurement ist, welches zusätzlich das Prozess- und Ressourcenmeasurement erweitert.

Aufgrund dieses breiten Spektrums gibt es eine Vielzahl an Definitionen des eMeasurement-Begriffs, die a prima vista recht konträr sind, bei näherer Betrachtungsweise jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen, nämlich die Integration von webbasierten Methoden zur Unterstützung von differenten Measurement-Services. So definieren beispielsweise Dietmar Ernst et al. den Begriff eMeasurement wie folgt:
„E-Measurement is the comparison of unknown parameters of a measurement object with the known parameters of a measurement standard (reference standard) by using the capabilities of modern ICN-technologies. ICN stands for information, communication, net.”
(Quelle: [ERNST], S. 2).


Das International Institute of Infonomics kommt zu dem Ergebnis:
„E-measurement (…) will strive to identify possible qualitative and quantitative improvements to the measurement of information goods.”
(Quelle: [INFONOMICS]).

eMeasurement kann also als eine Erweiterung von standardisierten Messmethoden aus den Bereichen Produkt-, Prozess-, und Ressourcenmeasurement angesehen werden, die auf der Grundlage neuartiger Möglichkeiten moderner webbasierter Systeme realisiert werden. Diese Realisierung kann mit Hilfe von webbasierten eMeasurement-Portalen erfolgen, welche den Nutzer im gesamten Measurementlebenszyklus aktiv unterstützen. Hierzu zählen:

  • die Planung der Messung,
  • die Durchführung der Messung,
  • die Präsentation der Ergebnisse,
  • die Messdatenauswertung auf der Grundlage empirischer Daten
  • sowie der Vergleich von Messergebnissen und deren Interpretation.

Aufgrund der Komplexität und Mannigfaltigkeit von Messszenarien soll der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit auf dem Themenkomplex der funktionalen Größenmessung (FSM) sowie auf der konzeptionellen Modellierung eines webbasierten Portals zur funktionalen Größenmessung liegen.
Das Hauptziel für die Entwicklung eines solchen webbasierten Portals liegt in der Unterstützung von Management- und Entscheidungsprozessen. Dabei soll das Portal den Einsatz der funktionalen Größenmessung als Basis für Business-Entscheidungen ermöglichen, indem es adäquate Methoden zur Verfügung stellt, um die Herleitung, Visualisierung und Generierung von Businessreports auf der Grundlage von Business-Daten wie beispielsweise dem Return on Investment zu unterstützen.

Dem Nutzer dieses Portals soll es ermöglicht werden, die webbasierten Implementierungen ausgewählter Software-Größenmessmethoden zu nutzen. Hierzu soll der gesamte Messprozess, angefangen von der Planung über die Durchführung bis hin zur Präsentation und Interpretation der Messung webbasiert in Form eines Measurement Dashboards realisiert werden, indem die funktionalen Aspekte unter einer einheitlichen Umgebung gebündelt werden.
Dieses Measurement Dashboard soll quasi als Mess-Zentrale dienen, über die der Nutzer die Messung planen und durchführen kann. Dieses Konzept sieht zusätzlich die Unterstützung des Nutzers durch ein individuelles Support-System vor, welches Funktionalitäten wie beispielsweise Kollaboration, eLearning oder eConferencing mit einschließt.
Durch dieses ganzheitliche Measurement Dashboard-Prinzip kann die Effizienz des Messprozesses sowie der Komfort bei der Messung erhöht und gleichzeitig die Fehlerquote bei Messungen durch das Support-System entscheidend verringert werden. Zusätzlich kann die Akzeptanz neuer innovativer Messmethoden und deren Verwendung zum Vorteil des Software-Entwicklungsprozesses gefördert werden.
Neben der Planung und Durchführung der Messung in einem Measurement Dashboard steht zusätzlich die Präsentation und Interpretation der Messungen im Blickpunkt des Interesses. Hierzu sollen die durch Messung gewonnenen Messdaten in Form von Cockpitcharts visualisiert werden. Diese Art der Darstellungsform kann individuell entsprechend den jeweiligen Nutzeranforderungen angepasst werden, da als Präsentationsform nur die für den Nutzer wichtigen Ergebnisse zielorientiert visualisiert werden.
Die Realisierung eines derartigen Portals erlaubt somit eine ganzheitliche Vorgehensweise bei der Durchführung der funktionalen Größenmessung um die entscheidungs- und managementrelevanten Alternativen in angemessener Art und Weise auszuloten.
 

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